Osteoporose wird häufig mit einem Mangel and Calcium und Vitamin D in Verbindung gebracht. Doch der Knochenstoffwechsel ist viel komplexer. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Parathormon (PTH), das in den Nebenschilddrüsen gebildet wird. Für Ihre Gesundheit lohnt es sich deshalb, bei Osteopenie (Vorstufe der Osteoporose) und Osteoporose nicht nur die Knochendichte, sondern auch den Hormon- und Mineralstoffhaushalt zu betrachten.
Welche Rolle spielt das Parathormon bei der Osteoporose?
Das Parathormon reguliert gemeinsam mit Vitamin D, Calcium und weiteren Co-Faktoren den Calciumhaushalt des Körpers. Sinkt der Calciumspiegel im Blut, wird vermehrt Parathormon ausgeschüttet. Das Parathormon sorgt u.a. auch dafür, dass Calcium aus dem Knochen mobilisiert wird. Gleichzeitig unterstützt es die Rückgewinnung von Calcium über die Niere und indirekt auch die Calciumaufnahme im Darm. Ein dauerhaft erhöhtes Parathormon kann den Knochenstoffwechsel belasten und zu einem gesteigerten Knochenabbau und somit zu einer verminderten Knochendichte führen.
Erhöhtes Parathormon – nicht immer eine Erkrankung der Nebenschilddrüse
Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch eine Überfunktion der Nebenschilddrüse. Auch ein länger bestehender Vitamin-D-Mangel, eine unzureichende Calciumversorgung oder z.B. Erkrankungen der Nieren können zu einem Anstieg des Parathormons führen.
Bei Osteopenie und Osteoporose ist deshalb eine weiterführende Untersuchung des Knochenstoffwechsels sinnvoll. Je nach individueller Situation gehören dazu beispielsweise Vitamin D, Calcium, Magnesium, K2, Bor, Parathormon und Nierenwerte. Auch der Säure-Basen-Haushalt spielt eine wichtige Rolle. Bei einer Übersäurung im Gewebe löst der Körper Calciumphosphat aus dem Knochen um die Säuren abzupuffern, ein Rückgang der Knochendichte ist die Folge.
Naturheilkunde und Osteoporose
Eine naturheilkundliche Begleitung betrachtet den Menschen ganzheitlich. Im Mittelpunkt stehen das Zusammenspiel von Ernährung, Bewegung und hormoneller Regulation.
Vitamin D, Calcium und Magnesium spielen eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Calcium kann über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen werden. Vitamin D hingegen muss, zumindest in unseren Breiten und in den Wintermonaten, supplementiert werden. Die Dosis ist u.a. abhängig von Alter, eventuellen Vorerkrankungen, Aufenthalt im Freien, Jahreszeit, Benutzung von Sonnenschutzmitteln usw. Sie sollte individuell und nach Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels im Blut angepasst werden. Auch die Bestimmung des Magnesiumspiegels im Vollblut kann sehr sinnvoll sein.
Moderater Kraftsport und eine ausreichende Eiweißversorgung unterstützen den Erhalt der Muskulatur. Regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining setzten wichtige mechanische Reize für den Knochen und verbessern die Stabilität.
Eine abwechslungsreiche, pflanzenbasierte Ernährung versorgt den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen und hält den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht.
Was können Sie selbst für Ihre Knochen und somit für mehr Mobilität und Freiheit im Alter tun?
- auf eine abwechslungs- und eiweißreiche, möglichst pflanzenbasierte Ernährung achten
- regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining durchführen, auf Bewegung im Freien achten
- ausreichend Calcium über die Ernährung aufnehmen
- auf eine gute Mineralstoffversorgung achten
- Vitamin-D-Status überprüfen lassen
- auf einen gesunden Lebensstill (wenig Alkohol, kein Nikotin) achten
Fazit: Osteoporose ganzheitliche behandeln
Parathormon und Osteoporose stehen in einem engen Zusammenhang mit dem Calcium- und Knochenstoffwechsel. Ein dauerhaft erhöhtes Parathormon kann ein Hinweis auf eine Störung der Regulation sein und sollte entsprechend abgeklärt werden. Eine naturheilkundliche, ganzheitliche Betrachtung kann dabei helfen, individuelle Zusammenhänge zwischen Nebenschilddrüse, Vitamin D, Mineralstoffhaushalt, Ernährung und Bewegung zu erkennen und den Knochenstoffwechsel zu unterstützen
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